Splenektomie1,2,3,4

Die Milz ist ein im linken Oberbauch gelegenes Organ, das für den Abbau gealterter Blutkörperchen verantwortlich ist. Außerdem spielt die Milz eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Bei vielen Beta-Thalassämie-Patienten kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer deutlichen Vergrößerung der Milz. Anfangs ist hierfür vor allem der gesteigerte Abbau von fehlerhaften roten Blutkörperchen verantwortlich. Später vergrößert sich das Organ auch infolge der aus dem Knochenmark ausgelagerten Blutbildung. Eine vergrößerte Milz muss nicht zwangsläufig Probleme verursachen. Ab einer gewissen Größe übt das Organ jedoch zunehmenden Druck auf die anderen Bauchorgane und Blutgefäße aus. Zudem beginnt die Milz im Krankheitsverlauf vermehrt auch gesunde rote und weiße Blutkörperchen abzubauen. Dies macht sich durch einen erhöhten Transfusionsbedarf und eine erhöhte Infektanfälligkeit bemerkbar. Die operative Entfernung der Milz kann bei den Betroffenen vorübergehend die chronische Anämie lindern, zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens beitragen und alle Beschwerden lindern, die durch die Vergrößerung des Organs entstanden sind.

Was sind die Risiken einer Milzentfernung?

Trotz aller Vorteile handelt es sich bei einer Milzentfernung um einen sehr schweren Eingriff, der auch nach der erfolgreichen Operation noch mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden ist. Da die Milz eine wichtige Rolle bei der Abwehr von bestimmten Krankheitserregern spielt, besteht nach einer Milzentfernung vor allem ein sehr hohes Risiko schwerer und zum Teil lebensbedrohlicher Infektionen. Das gilt vor allem für Kinder, bei denen die Milz bereits zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr entfernt wurde. Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit von Blutgerinnseln (Thrombosen) erhöht. Deshalb führen Ärzte den Eingriff normalerweise nur bei Betroffenen mit sehr starker Milzvergrößerung und ausgeprägten Beschwerden durch.